Im Anschluss an den spektakulären 4:3-Sieg der Bayern in Mainz war Sportvorstand Max Eberl zu Gast im ZDF-Sportstudio, wo er interessante Einblicke in die Abläufe des Vereins gab. Im Gespräch mit Moderator Sven Voss beleuchtete Eberl insbesondere die Trainersuche im Sommer 2024 und den überraschenden Vorschlag von Vincent Kompany.
Überraschung bei der Trainersuche
Eberl gestand, dass die Präsentation von Vincent Kompany zunächst für Verwirrung sorgte. Der ehemalige Spieler von Manchester City war gerade mit Burnley aus der Premier League abgestiegen, was die Wahl zu einem gewagten Schritt machte. „Ich glaube schon, dass, als wir dann den Namen präsentiert haben, erstmal ein Fragezeichen und eine Verwunderung war“, so Eberl. Zuvor hatte das Bayern-Management mehrere Absagen von namhaften Trainern erhalten, darunter Julian Nagelsmann, Hansi Flick und Ralf Rangnick.
Der entscheidende Anruf an Pep Guardiola
Eberl enthüllte, dass Kompany schon länger auf der Liste der potenziellen Kandidaten stand. Dennoch war es nicht seine erste Wahl, da er zunächst andere Trainer angefragt hatte. Der Durchbruch kam, als Eberl und Sportdirektor Christoph Freund das Go vom Aufsichtsrat benötigten. Eberl schilderte: „Als dann eben die Frage kam, ob wir uns sicher sind, habe ich Kalle gesagt: ‚Kalle, ihr seid so eng mit Pep, ruft ihn an und fragt ihn, was Pep von ihm hält.‘ Das war dann der Dosenöffner.“ Dieser Anruf war entscheidend für die finale Entscheidung zugunsten von Kompany.
Die Herausforderungen in München
In seinem Gespräch betonte Eberl auch die besonderen Herausforderungen, die die Arbeit bei Bayern München mit sich bringt. Er erklärte, dass das Umfeld, geprägt von Persönlichkeiten wie Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, eine bedeutende Rolle spiele. „Man kann bei Bayern München seinen Job lernen. Das Drumherum, was bei Bayern natürlich eine Rolle spielt, die Öffentlichkeit“, so Eberl. Die Dynamik innerhalb des Vereins sei komplex, und es gelte, verschiedene Interessen zu managen. Eberl ist sich bewusst, dass sein und Freunds Einfluss im Vergleich zu den großen Persönlichkeiten des Vereins klein ist, aber er versuche, seine Ideen und Visionen durchzusetzen. „Das sind einfach Dinge, die Uli und Kalle früher auch gemacht haben“, resümierte Eberl und verdeutlichte, dass auch er und das Trainerteam ihren Platz im Gefüge des FC Bayern finden müssen.