Energie Cottbus steht aktuell als Dritter in der 3. Liga hervorragend im Aufstiegsrennen zur 2. Bundesliga. Doch während die Mannschaft auf dem Spielfeld glänzt, droht dem Verein abseits des Rasens ein ernsthaftes Problem: Das marode Stadion könnte der Schlüssel zu einer möglichen Lizenzverwehrung werden.
Stadionmodernisierung bleibt aus
Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat dem FC Energie Cottbus erneut Auflagen erteilt, die die Infrastruktur des Stadions betreffen. Der Verein muss nachweisen, dass bestimmte bauliche Veränderungen umgesetzt werden, um den Spielbetrieb zu gewährleisten. Zu den geforderten Maßnahmen gehören die Modernisierung der Flutlichtanlage, die Anpassung der Auswechselbänke sowie der Aufbau eines Führungskamerapodestes und weiterer medientechnischer Einrichtungen.
Ein Jahr nach der Soforthilfe
Besonders frustrierend ist, dass diese Probleme nicht neu sind. Bereits vor einem Jahr, als Cottbus ebenfalls auf einem Aufstiegsplatz stand, wurden die gleichen Mängel festgestellt. Damals wurde dem Verein eine „Soforthilfe“ durch die Landesregierung zugesichert, die jedoch in eine komplexe Förderung umgewandelt wurde. Diese ist an einen langwierigen Antragsprozess gebunden. Trotz Einreichung aller erforderlichen Unterlagen wartet der Verein bis heute vergeblich auf die bewilligte Unterstützung von zwei Millionen Euro aus Landesmitteln, was die Umsetzung der notwendigen Baumaßnahmen erheblich verzögert.
Politische Versäumnisse und Trainerfrust
Die Geduld der Vereinsführung und Trainer Claus-Dieter Wollitz wird auf eine harte Probe gestellt. Wollitz hatte jüngst seinen Unmut über die Situation geäußert und betont, dass der Verein, der viele Zuschauer anzieht und eine realistische Chance auf den Aufstieg hat, in der politischen Wahrnehmung weitgehend ignoriert wird. Er bezeichnete die Situation als fremdschämend und kritisierte, dass andere Regionen es besser schaffen, Klubs und Landesregierungen zur raschen Umsetzung von Infrastrukturprojekten zusammenzubringen. Während die sportlichen Erfolge des Vereins gefeiert werden, bleibt die Unsicherheit über die notwendige Lizenzierung für die 2. Bundesliga bestehen. Die marode Infrastruktur könnte am Ende entscheidend dafür sein, ob die Mannschaft ihre Erfolge auch in der höheren Liga feiern kann. Die Zeit drängt, und die Verantwortlichen sind gefordert, endlich die nötigen Schritte einzuleiten – bevor es zu spät ist.
