Totenstille im Erzgebirgsstadion
Nach dem Abpfiff herrschte kurz Totenstille im Erzgebirgsstadion. Der FC Erzgebirge Aue hat den Abstieg in die Regionalliga besiegelt. Nach 23 Jahren im Profifußball geht es für den Club, ausgerechnet im Jahr seines 80. Vereinsjubiläums, in die untere Liga. Der letzte Versuch, gegen den SV Wehen Wiesbaden den ersten Drittliga-Sieg in dieser Saison zu feiern, endete mit einem 2:2-Unentschieden, das den Absturz endgültig besiegelt.
Hoffnung auf einen Neuanfang
Interimstrainer Khvicha Shubitidze äußerte sich nach dem Spiel optimistisch und sagte: „Ich bin Realist und wusste, worauf ich mich einlasse. Trotzdem haben die Jungs Gas gegeben. Das macht Hoffnung für die Zukunft.“ Er hat eine klare Vorstellung davon, wie es weitergehen könnte: „Ich gehe davon aus, dass innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen alles zur Zukunft geklärt ist. Das ist mein Herzensverein! Wenn ich helfen kann, helfe ich gern!“ Präsident Thomas Schlesinger schloss eine zukünftige Zusammenarbeit mit Shubitidze nicht aus und bezeichnete diese als „eine Option“. Gleichzeitig ist der Club jedoch auch auf der Suche nach anderen Trainern. Ein möglicher Kandidat ist Torsten Ziegner, der zuletzt in Zwickau, Halle und Duisburg tätig war. Berichten zufolge soll es bereits ein Treffen mit Ziegner gegeben haben.
Selbstkritik nach der misslungenen Saison
Die sportliche Misere bleibt nicht ohne Konsequenzen für die Vereinsführung. Schlesinger nahm kein Blatt vor den Mund und gab zu: „Wir hatten uns als Vorstand weitestgehend aus dem Sport herausgehalten. Wir müssen uns den Vorwurf gefallen lassen, dass wir nicht früher auf die Stimmen hörten, die meinten: Ein Vorstand muss wissen, was in der Kabine los ist. Wir hätten als Vorstand eher Tacheles reden müssen.“ Diese Selbstreflexion könnte der erste Schritt in eine positive Richtung sein.
Ein Rückblick auf das letzte Spiel
Im Spiel gegen Wiesbaden zeigte sich Aue einmal mehr als unbeständig. Nach einem frühen Rückstand durch Flotho (24.) glich Zobel schnell aus (27.). Doch nach dem 1:2 durch Gözüsirin (78.) schien die Niederlage besiegelt. Aue kämpfte sich jedoch zurück und erzielte durch Seiffert den Ausgleich (85.). Ein Lichtblick, der jedoch nicht über die gesamte Saison hinwegtäuschen kann. Wiesbadens May sah in der 69. Minute die Gelb-Rote Karte, was Aue eine Chance hätte bieten können, jedoch blieb der ersehnte Sieg aus.