Rot-Weiss Essen plant umfassenden Kaderumbau
Rot-Weiss Essen steht vor der Herausforderung, seinen Kader für die bevorstehenden Ligenanpassungen neu zu gestalten. In enger Zusammenarbeit mit Direktor Profifußball Marcus Steegmann und Sportdirektor Christian Flüthmann wird an einer grundlegenden Veränderung gearbeitet. Aktuell zeigen sich bereits Anzeichen für einen umfassenden Umbruch in beiden Ligen. Um in der 2. Bundesliga konkurrenzfähig zu sein oder in der 3. Liga wieder um den Aufstieg zu kämpfen, sind entscheidende Kaderanpassungen notwendig. Offensichtlich mangelt es dem Team an Tempo und defensiver Stabilität, wie die 64 Gegentore in der laufenden Saison verdeutlichen.
Leihspieler von zentraler Bedeutung
In diesem Zusammenhang spielen die Leihspieler Jannik Hofmann (24), Franci Bouebari (22) und Dickson Abiama (27) eine wesentliche Rolle in den Transferplänen der Essener. Alle drei zeichnen sich durch Geschwindigkeit und Durchsetzungsvermögen aus. Die Gespräche mit den Spielern sind bereits im Gange, da RWE in beiden Ligen gerne mit ihnen weiterarbeiten würde. Der Erfolg dieser Bemühungen hängt jedoch von den Vereinen der Spieler und deren Ambitionen ab. Für alle drei Fälle sieht RWE realistische Chancen auf eine Weiterverpflichtung.
Akuter Handlungsbedarf in vielen Mannschaftsteilen
Es steht fest, dass RWE in mehreren Mannschaftsteilen dringend Verstärkungen sucht. Mindestens ein schneller Innenverteidiger soll verpflichtet werden. Sollte Kaito Mizuta den Verein verlassen, was nur im Falle eines Aufstiegs zu verhindern wäre, müsste auch ein neuer kreativer Spieler im Mittelfeld verpflichtet werden. Im defensiven Mittelfeld ist RWE mit Klaus Gjasula, Ruben Reisig und dem zurückkehrenden Leihspieler Luca Bazzoli zumindest in der Breite gut aufgestellt.
Dringender Bedarf im Offensivbereich
Besonders im Offensivbereich gibt es dringenden Handlungsbedarf. Mindestens zwei neue Flügelspieler werden gesucht, da Kelsey Owusu den Verein verlassen wird und auch Marvin Obuz nach einer enttäuschenden Saison keine gute Perspektive hat. RWE-Boss Marc-Nicolai Pfeifer hat bereits Interesse an Ingolstadts Top-Scorer Marcel Costly (30, 16 Tore) bestätigt, was für Aufsehen gesorgt hat. Costly fühlt sich offenbar nicht mehr an seinen Vertrag in Ingolstadt (bis 2028) gebunden. In einem Interview äußerte er: „Es ist natürlich schön, von anderen Vereinen zu hören, dass Interesse da ist. Nach so einer Saison möchte ich gerne weitere Schritte in meiner Karriere gehen.“
Maurice Multhaup als potenzieller Neuzugang
Ein weiterer Kandidat für die Flügelpositionen ist Maurice Multhaup (29) vom 1. FC Saarbrücken. Der gebürtige Bottroper ist ein erfahrener Offensivspieler mit 104 Zweitliga-Spielen und steht schon länger auf der Liste der RWE-Verantwortlichen. Aufgrund von Verletzungen konnte er in dieser Saison nur in der Rückrunde sein Können zeigen, doch ein sehenswertes Tor gegen RWE hat seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Multhaup äußerte sich zu den Spekulationen über ein Interesse von RWE und ließ seine Zukunft offen: „Ich freue mich natürlich über Interesse, denn es ist meine Heimat.“
Interesse an Mika Schroers von Alemannia Aachen
Ein weiterer prominenter Spieler, den RWE im Blick hat, ist Mika Schroers (24) von Alemannia Aachen. Der Stürmer hat herausragende 19 Tore und zehn Assists erzielt. RWE sucht einen mobilen, spielstarken und torgefährlichen Spieler wie Schroers als Alternative zu Marek Janssen. Laut Informationen hat RWE bereits Kontakt zum Berater von Schroers aufgenommen, und das Interesse ist klar kommuniziert worden. Schroers wurde erst kürzlich von Alemannia für 150.000 Euro von Arminia Bielefeld verpflichtet und mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet.
Zukunftsperspektiven und Ablösesummen
Trotz seiner aktuellen Vertragsbindung äußerte Schroers den Wunsch, in seiner Karriere weiterzukommen und auf ein höheres Niveau zu spielen. Die Chancen für RWE, ihn zu verpflichten, könnten bei einem Verbleib in der 3. Liga erheblich sinken, da auch andere Zweitligisten Interesse signalisiert haben. Unabhängig von der Liga müsste sein neuer Verein eine mittlere, sechsstellige Ablösesumme aufbringen, was in Essen jedoch wohl nicht an den finanziellen Möglichkeiten scheitern würde. Sollte RWE-Boss Pfeifer nach der letzten Niederlage die richtigen Impulse setzen können und RWE doch noch aufsteigen, würden sich die Chancen für einen Stürmer dieses Kalibers erheblich erhöhen.
