1860 München steigt in die Regionalliga ab - Es könnte noch tiefer gehen - mögliche Szenarien

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Sebastian Journalist
1860 München steigt in die Regionalliga ab - Es könnte noch tiefer gehen - mögliche Szenarien

München – Die Hoffnung auf ein Wunder ist verflogen. Der TSV 1860 München ist bereits zum zweiten Mal binnen neun Jahren zwangsweise aus dem Profifußball abgestiegen. Doch was sich anhört wie die nächste Stufe der Leidensgeschichte der Löwen, könnte sich in den kommenden Tagen als bloßer Vorbote einer noch größeren Katastrophe entpuppen. Denn der Gang in die Regionalliga ist nicht das Ende des Absturzes – er ist erst der Anfang.

Die harte Realität nach dem Lizenzentzug

Bereits am Mittwochabend wurde klar: Investor Hasan Ismaik wird die benötigten 2,7 Millionen Euro für die 3. Liga nicht zahlen. Daraufhin entzog der DFB dem TSV 1860 die Lizenz, der Abstieg in die viertklassige Regionalliga Bayern ist seitdem besiegelt. Der Hauptsponsor „Die Bayerische“ zog sich umgehend zurück. Es ist ein Bild der Trümmer.

Doch während sich die Fans langsam mit dem Gedanken an Auswärtsfahrten nach Aschaffenburg, Burghausen oder Illertron anfreunden, geht die Angst vor einem noch tieferen Fall um. Was viele nicht wissen: Der Start in der Regionalliga ist nicht automatisch gesichert. Für die Zulassung zur 4. Liga ist ein zusätzlicher Liquiditätsnachweis in Höhe von etwa einer Million Euro erforderlich. Dieses Geld fehlt derzeit völlig.

Ein Szenario mit zwei Abgründen

Was passiert, wenn die Löwen auch diese Million nicht aufbringen können? Das bayerische Fußballsystem hat dafür klare Regeln, die für die Sechziger einen Albtraum bedeuten.

Szenario 1: Die Spielunfähigkeit

Kann der Verein die fälligen Beträge nicht zahlen – weder für das Lizenzierungsverfahren noch für den laufenden Spielbetrieb – muss die Geschäftsführung beim Amtsgericht München Insolvenz anmelden. Ein Insolvenzverwalter würde prüfen, ob überhaupt noch genügend Mittel vorhanden sind, um eine Mannschaft für die Saison 2026/27 zu stellen. Fehlen die Mittel, kann der TSV 1860 am 1. August 2026 nicht zum ersten Regionalliga-Spiel antreten.

In diesem Fall greift Paragraf 13 der Spielordnung des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV): Mannschaften, die ihren Spielbetrieb einstellen oder nicht antreten, werden nachträglich ans Ende der Tabelle gesetzt – ohne jeden Punkt. In einer 18er-Regionalliga bedeutete das den sofortigen sportlichen Abstieg.

Szenario 2: Der direkte Fall in die Bayernliga

Da die Saison zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht begonnen hätte, würde der TSV 1860 nicht etwa automatisch in der Regionalliga bleiben, sondern als sicherer Absteiger in die Bayernliga (5. Liga)durchgereicht werden. Die Startplätze in der Regionalliga würden anderweitig vergeben – der Verein wäre seinen Platz endgültig los. Das oft zitierte „Durchreichen“ von der 4. in die 5. Liga ist in diesem Fall kein Gerücht, sondern konsequente Regelanwendung.

Doch selbst wenn 1860 die Insolvenz vermeidet und in der Regionalliga startet, wäre die Saison vermutlich bereits vor dem ersten Spieltag gelaufen. Einem insolventen Verein droht ein Punktabzug von neun Punkten – eine Hypothek, die in einer ausgeglichenen Viertklassigkeit mit großer Sicherheit den Abstieg bedeuten würde. Auch hier wäre das Ziel am Ende der Saison die Bayernliga.

Die Präzedenzfälle

Dass Vereine in der Regionalliga wirtschaftlich scheitern und daraufhin tiefer gestuft werden, ist keine Theorie. Der VfL Frohnlach zog sich 2016 aus der Regionalliga zurück, meldete Insolvenz an und startete Jahre später in der Kreisklasse – der neunten Liga. Der FC Amberg erging es ähnlich. Auch wenn 1860 München ein traditionsreicher Name ist: Der BFV und der DFB machen keine Ausnahmen. Die Statuten gelten für alle.

Die letzte Hoffnung

Bleibt die Frage: Wer zahlt die Million? Investor Hasan Ismaik hat bereits mehrfach betont, dass er das finanziell könnte – aber nicht werde. Er knüpft seine Unterstützung seit Jahren an weitreichende Kontrollrechte und Strukturreformen, die der e.V. nicht gewähren will. Sein Statement nach dem Zwangsabstieg klang endgültig: „Es schmerzt mich sehr … Leider ist es uns nicht gelungen, den notwendigen Konsens zu erreichen.“