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Seit 14 Jahren ist es DAS Zoff-Thema im deutschen Fußball! Jetzt liegen sogar zwei Vorschläge einer DFB-Arbeitsgruppe vor, damit die fünf Regionalliga-Staffeln auf vier reduziert werden können und nach über einem Jahrzehnt alle Meister aufsteigen. Nun müssen die Klubs abstimmen. Erstmals äußert sich Borussia Dortmund, das mit seiner zweiten Mannschaft unmittelbar betroffen ist.
Paul Schaffran (38), Leiter des BVB-Nachwuchsleistungszentrums, erklärt auf BILD-Nachfrage: „Grundsätzlich stehen wir beiden vorgeschlagenen Modellen offen gegenüber, präferieren jedoch das sogenannte Kompass-Modell .“
Paul Schaffran ist seit Sommer 2025 Leiter des Nachwuchsleistungszentrums von Borussia Dortmund
Dies sieht vor, dass die zukünftig 80 statt 90 Viertligisten mithilfe von KI jedes Jahr nach den kürzesten Fahrtstrecken in vier Staffeln eingeteilt werden. Ein innovativer Kompromiss, weil sich dadurch alle fünf Regionalligen bewegen und so eine für den gesamten deutschen Fußball sinnvolle Lösung geschaffen wird.
Demgegenüber steht die als Regionen-Modell bezeichnete Alternative, nach der nur die bayerischen, nord- und ostdeutschen Mannschaften weitere Auswärtsreisen auf sich nehmen müssen, um so auf vier Staffeln zu kommen. Letztere ist besonders umstritten, weil im Fußball-Osten zuschauerträchtige Derbys vor 10.000 Besuchern wegfallen würden.
BVB stellt Forderung an Verband
Für Dortmunds Bundesliga-Reserve würde die Kompass-Lösung neue Gegner wie Eintracht Trier, FSV Frankfurt oder Kickers Offenbach bedeuten, womit die Regionalliga West aufgewertet wird. Außerdem würde sich die Qualität in allen Regionen leicht verdichten, sodass es der Ausbildung in der BVB-U23 zuträglich wäre.
Die Borussia stellt jedenfalls eine klare Forderung an den eigenen Regionalverband. Schaffran: „Unser sportlicher Leiter der U23, Ingo Preuß, steht mit dem Westdeutschen Fußball-Verband in engem und regelmäßigem Austausch zur Regionalliga-Reform. Wir erwarten, dass der Prozess weiterhin konstruktiv und lösungsorientiert vorangetrieben wird.“
WDFV-Präsident und DFB-Vize Peter Frymuth (69) gilt im Hintergrund zusammen mit Bayerns Verbandschef Dr. Christoph Kern (42) und Nord-Boss Ralph-Uwe Schaffert (75) als Blockierer der Reform. Die Funktionäre müssten für das Kompassmodell ihre Verbandsstrukturen aufbrechen und modernisieren.
Bayern-Boss Dr. Christoph Kern positioniert sich als ideologische Bremse im Reform-Prozess
Bayern-Fans protestieren mit Kern-Koch-Vergleich
Um ein Scheitern des Prozesses zu verhindern, verschärfen die Fans des FC Bayern München den Protest gegen den bayerischen Verbandspräsidenten. Am Mittwoch zeigten sie beim Spiel der Münchner Reserve in Burghausen (0:1) Spruchbänder. Darauf stand: „Regionalliga-Reformer. Danke, Dr. Kern - April, April... Eine Scheinlösung präsentieren, um den Besitzstand zu wahren. 2026 ist 2018 und Dr. Kern auch nur ein Dr. Koch! Meister müssen aufsteigen! BFV-Privileg eigener Regionalliga abschaffen!“
Bayern-Fans mit zahlreichen Spruchbändern beim Spiel der FCB-Reserve am Mittwoch in Burghausen (0:1)
Wie einst sein Vorgänger und DFB-Vize Dr. Rainer Koch (67) wendet Kern denselben Trick an. Er will den Osten aufspalten. Wenn der nicht mitmacht, kriegt er keinen Aufstiegsplatz – und der Norden und Bayern selbst auch nicht. Dieser Ansatz steckt im Regionen-Modell.
Auch im Osten wird mit Widerstand gerechnet. Daniel Meyer vom Halleschen FC: „Wir sind sehr gespannt auf die Reaktionen aus den Fanszenen. Die Entwicklung zeigt, wie sensibel dieses Thema ist. Dass das nicht ohne Widerhall bleiben wird, liegt auf der Hand.“
Neben den großen Klubs haben sich wieder vier Oberligisten der Klub-Initiative „Aufstiegsreform“ angeschlossen. Das Solidarbündnis umfasst 74 Vereine und unterstützt geschlossen das Kompassmodell.