Vor dem mit Spannung erwarteten Aufeinandertreffen zwischen Energie Cottbus und Rot-Weiss Essen hat Cottbus' Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz auf einer Pressekonferenz unbequeme Wahrheiten aus der letzten Partie beim VfL Osnabrück angesprochen. Mit klaren und emotionalen Worten machte er auf die untragbaren Bedingungen aufmerksam, die sein Team dort erleben musste.
Wollitz äußert scharfe Kritik an den Rahmenbedingungen
Wollitz, der sich zunächst zurückhaltend gab und den Journalisten eine offene Fragerunde anbot, ließ schnell erkennen, wie sehr ihn die Vorkommnisse in Osnabrück beschäftigen. „Wie Energie Cottbus dort behandelt wurde, ist unglaublich. Respektloser kann man einem Klub gegenüber seine Abneigung nicht zeigen“, warf er den Organisatoren vor und kritisierte die mangelhafte Betreuung seiner Mannschaft, sowohl bei der Anreise als auch nach dem Abpfiff. „Es gab keine Ordner, und unsere Spieler wurden beleidigt – das ist einfach nicht akzeptabel“, fuhr er fort. Wollitz kündigte an, dass er nach der Saison ausführlich auf die Vorfälle eingehen werde.
Schiedsrichterentscheidungen und persönliche Enttäuschung
Zusätzlich zur Kritik an der Organisation richtete Wollitz seinen Unmut gegen die Schiedsrichterleistung. Ein nicht gegebener Elfmeter brachte ihn auf die Palme, und er äußerte Unverständnis darüber, dass solch eine Entscheidung nicht thematisiert wurde. „Wenn in einem wichtigen Spiel ein klarer Elfmeter verwehrt wird, ist das schon schlimm genug. Aber dass es danach kein Thema ist, verstehe ich nicht“, so Wollitz. Sein Auftritt nach dem Spiel bei MagentaSport sorgte ebenfalls für Unmut. „Ich habe mich lächerlich gemacht gefühlt, als ich nach der Reaktion meiner Mannschaft gefragt wurde“, offenbarte er und schloss die Möglichkeit einer weiteren Diskussion an diesem Tag aus.
Fokus auf das bevorstehende Duell gegen RWE
Trotz der negativen Erfahrungen richtet Wollitz den Blick auf das bevorstehende Duell gegen Rot-Weiss Essen. Er weiß um die Bedeutung der Partie: „Wenn wir dran bleiben wollen, brauchen wir einen Sieg.“ Ein Erfolg würde die Cottbuser bis auf einen Punkt an den Konkurrenten heranführen und die Aufstiegschancen am Leben erhalten. Wollitz fordert von seiner Mannschaft eine Top-Leistung mit viel Lust und Intensität, um das Publikum mitzureißen. Die aktuelle Form von RWE, die sich in sieben aufeinanderfolgenden Siegen zeigt, erkennt er zwar an, hält jedoch an seiner Überzeugung fest, dass sein Team die nötige Leistung bringen kann.
Benachteiligung und personelle Stärke
Mit einer zugespitzten Aussage stellte Wollitz die benachteiligte Wahrnehmung des Vereins in den Raum: „Warum sollte Energie Cottbus einen Elfmeter bekommen? Warum soll dieser Verein am Ende der Welt an der Polen-Grenze aufsteigen?“ Dies verdeutlicht, wie stark die Rahmenbedingungen für ihn im Fokus stehen. Personell kann Energie Cottbus vor dem Spiel auf einen vollen Kader zurückgreifen. Alle Spieler, auch die zuletzt angeschlagenen, stehen zur Verfügung. Das Duell verspricht, vor über 17.000 Zuschauern – darunter etwa 2.000 Fans von Rot-Weiss Essen – ein echtes Highlight zu werden.