Die Diskussion um die Reform der Regionalligen in Deutschland nimmt drastische Ausmaße an. Kaum hatte die AG Regionalliga-Reform ihre Arbeit abgeschlossen, sorgt ein neuer Vorschlag für Unmut und Spannungen zwischen den Verbänden. Insbesondere die Norddeutschen und Bayerischen Verbände haben hinter verschlossenen Türen eine Aufteilung der Teams aus dem Osten ins Leben gerufen, die als "Regionen-Modell" tituliert wird. Diese Entscheidung könnte die stärkste Staffel im deutschen Fußball unnötig zerschlagen.
Widerstand gegen das Regionen-Modell
Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV), äußerte sich im MDR sehr deutlich zu den Machenschaften seiner Verbandskollegen Dr. Christoph Kern aus Bayern und Ralph-Uwe Schaffert aus dem Norden. Er bezeichnete den Vorschlag als instinktlos und warnte davor, dass die Initiative „Meister müssen aufsteigen“ nun bestraft werden könnte. "Das ist nicht akzeptabel und kann nicht die Lösung sein", äußerte Winkler. Die Vereinsvertreter aus den drei betroffenen Regionen, darunter Florian Egbers (SV Meppen für den Norden), Sebastian Dremmler (FC Bayern München II) und Tommy Haeder (Chemnitzer FC) lehnten das Modell vehement ab. In einer Abstimmung gab es ein klares Stimmverhältnis von 2:4 gegen den Vorschlag, da lediglich der Bayerische und Norddeutsche Verband dafür stimmten.
Hintergründe und Interessen
Das Regionen-Modell wurde offenbar nur durchgedrückt, weil die Regionalligen West und Südwest ihre Sonderrechte beibehalten wollten. Diese beiden Staffeln genießen derzeit die Vorteile eines Direktaufstiegs, während die Verbände aus Bayern, Norden und Osten solche Möglichkeiten nur alle drei Jahre erhalten. Tommy Haeder, Sprecher der Aufstiegsreform-Initiative, betonte die Bedeutung des Kompassmodells, das eine gerechtere Lösung für alle Regionen bieten würde. Winkler sprach sich ebenfalls für dieses Modell aus und nannte es umsetzbar. Auch die Fans bundesweit fordern aktiv eine gemeinsame Lösung.
Interne Konflikte im DFB
Ein besonders brisantes Detail ist die interne Situation beim DFB. Manuel Hartmann, der DFB-Geschäftsführer Spielbetrieb und Architekt des Kompassmodells, wurde von regionalen Verbandsbosse massiv unter Druck gesetzt. Diese Einschüchterung führte dazu, dass Hartmann sich nicht mehr für sein eigenes Konzept einsetzte, was schließlich zu einer Stimmenthaltung des DFB führte.
Zweifel an der Ergebnisverkündung
Zusätzlich gibt es ernsthafte Zweifel an der Transparenz der Ergebnisverkündung. Berichten zufolge gab es Unregelmäßigkeiten, und das Protokoll der Arbeitsgruppensitzung zeigt, dass das Kompassmodell als Priorität erkannt wurde. Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, nannte das Regionen-Modell einen „schlechten Scherz“ und kritisierte den erschreckenden Kurs, den einige Verbandsvertreter einzuschlagen versuchen. Die Aufstiegsreform-Initiative mit 70 Klubs plant nun, die Kompasslösung geschlossen zu unterstützen.