Der FC Erzgebirge Aue steht vor entscheidenden Wochen, in denen die Weichen für die Zukunft des Klubs gestellt werden sollen. Nach einer jüngsten Mitgliederversammlung des Förderkreises im Erzgebirgsstadion kündigte der abstiegsbedrohte Verein an, in naher Zukunft eine zentrale Personalfrage zu klären. Bis Anfang nächsten Monats soll klar sein, wer die Verantwortung für die Kaderplanung übernimmt und eine wettbewerbsfähige Mannschaft für die kommende Saison aufstellt.
Ungewisse Zukunft von Michael Tarnat
Im Mittelpunkt dieser Planungen steht die Zukunft von Sportchef Michael Tarnat. Der ehemalige Nationalspieler und Champions-League-Sieger übernahm seinen Posten erst zu Jahresbeginn und war auch bei der Versammlung anwesend. Im Februar verpflichtete er Christoph Dabrowski als neuen Cheftrainer, nachdem Jens Härtel entlassen wurde. Bisher blieb der erhoffte Erfolg jedoch aus: Dabrowski hat in acht Spielen noch keinen Sieg errungen und musste bereits sechs Niederlagen hinnehmen.
Abstieg näher rückt
Aktuell beträgt der Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz neun Punkte, was den Klassenerhalt in weite Ferne rückt. Diese Situation zwingt den Verein bereits dazu, Planungen für die Regionalliga voranzutreiben – sowohl auf sportlicher, als auch auf wirtschaftlicher und organisatorischer Ebene. Vorstand und Aufsichtsrat sind in engem Austausch, ebenso wie die wichtigen Sponsoren des Klubs.
Finanzielle Einschnitte angekündigt
Präsident Thomas Schlesinger stellte im Rahmen der Versammlung klar, dass die finanzielle Lage des Vereins ernst ist. Der Etat für die Regionalliga soll auf bis zu zehn Millionen Euro sinken, wobei eine Kürzung um mehr als drei Millionen Euro angestrebt wird. Allein die Vereinsstrukturen verursachen Kosten von circa fünf Millionen Euro. Schlesinger betonte: „Uns ist neben der Etatplanung der ersten Mannschaft wichtig, die grundlegenden Strukturen des Vereins weitgehend aufrechtzuerhalten.“ Dazu zählen wichtige Aspekte wie die Geschäftsstelle, das Nachwuchsleistungszentrum und die Stadioninfrastruktur.
Strukturen trotz Herausforderungen erhalten
Es ist bemerkenswert, dass der Verein in den letzten drei Jahren mit einem deutlich reduzierten Etat auskam und dennoch diese Strukturen beibehalten konnte. Für das Jahr 2023 wurde zudem ein Defizit von 1,5 Millionen Euro verzeichnet, was die Herausforderungen der nächsten Monate verdeutlicht.
Rückhalt aus dem Umfeld
Mit Blick auf die Zukunft wird klar, dass die Planung bis zur Saison 2026/27 ein fortlaufender Prozess ist, bei dem die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die sportlichen Ambitionen ständig abgeglichen werden müssen. Schlesinger warnt: Sollten die Sponsoreneinnahmen zurückgehen, wären die aktuellen Strukturen massiv gefährdet. Daher setzt der Verein verstärkt auf den Rückhalt aus dem Umfeld, um die kommenden Herausforderungen zu meistern. Zudem winken wertvolle Einnahmen aus dem DFB-Pokal, für den sich die Veilchen zunächst qualifizieren müssen. Ein wichtiges Spiel steht bevor, um das Ticket für das Halbfinale zu sichern.