Eine Saison auf der Kippe
Es sind diese Spiele, die eine Saison kippen lassen. Für Hansa Rostock könnte die Niederlage mit 2:5 gegen SSV Jahn Regensburg genau so eines gewesen sein. Dies nicht nur wegen der nackten Zahlen, sondern auch wegen der Art und Weise, wie das Team aufgetreten ist. So verspielt Hansa erneut seine Aufstiegschancen.
Immer wieder dieselben Probleme
Ein einfaches Restprogramm? Von wegen! Die Kogge kam gegen den bereits abgestiegenen 1. FC Schweinfurt nicht über ein 0:0 hinaus und ließ sich anschließend gegen Jahn Regensburg teilweise vorführen. Während Energie Cottbus die letzten beiden Spiele gewinnen konnte und nun sechs Punkte vor Hansa liegt, leistet sich das Team Aussetzer, die auf diesem Niveau einfach nicht passieren dürfen. Wer oben mitspielen will, kann sich solche Auftritte nicht erlauben. Besonders alarmierend ist, dass die Probleme längst bekannt sind und trotzdem immer wieder auftreten. Trainer Daniel Brinkmann sprach von einer „absoluten Katastrophe” und traf damit den Kern. Die Gegentore fielen nach Mustern, die intern bereits häufig thematisiert wurden: fehlende Zuordnung im Strafraum, zu große Abstände zum Gegner, mangelnder Druck auf den Ball. Wenn ein Team trotz klarer Ansprache immer wieder in dieselben Fallen läuft, ist das mehr als nur ein schlechter Tag.
Strukturelle Defizite
Hansa scheitert aktuell nicht an individuellen Ausrutschern, sondern an strukturellen Defiziten. Es fehlt die Konsequenz im Verteidigen, die Klarheit in den Abläufen und das Agieren in Umschaltmomenten. Eine Lernkurve blieb zuletzt aus. Brinkmann formulierte es deutlich: „Wenn du auf alles hingewiesen hast und du es trotzdem nicht schaffst, dann ist das einfach nur schlecht.” Zwar reagierte die Mannschaft nach einem 0:4 und zeigte Moral, doch diese allein reicht nicht.
Es braucht eine schnelle Kehrtwende
Die Rostocker können von Glück reden, dass Rot-Weiss Essen die letzten beiden Spiele verloren hat und als Tabellendritter „nur“ vier Punkte entfernt ist. Ein Rückstand, der in den verbleibenden drei Partien durchaus noch aufzuholen ist – allerdings nicht, wenn sich Hansa so präsentiert wie in den vergangenen Duellen. Gelingt am Samstag bei Alemannia Aachen, dem zweitbesten Team der Rückrunde, keine Kehrtwende, könnte Hansa den Aufstieg womöglich tatsächlich schon verspielt haben – ähnlich wie in der Schlussphase der vergangenen Saison. Selbst Platz 4, der die direkte Qualifikation für den DFB-Pokal sichert, wäre dann in Gefahr. Umso wichtiger ist es, dass Hansa am Dienstagabend im Landespokal-Halbfinale bei Viertligist Greifswalder FC als Sieger vom Platz geht. „Jeder weiß um die Bedeutung des Pokals, damit wir auch nächstes Jahr wieder im DFB-Pokal spielen“, sagte Nico Neidhart im Vereins-TV. „Wir müssen uns jetzt einfach relativ schnell schütteln und am Dienstag ein ganz anderes Gesicht zeigen.”
