In einem leidenschaftlichen Appell hat der ehemalige Bundesliga-Trainer Peter Neururer sich deutlich für eine Reform der Regionalliga ausgesprochen. Schon seit 14 Jahren wird über eine grundlegende Umstrukturierung im deutschen Fußball diskutiert, doch die notwendigen Schritte lassen auf sich warten. Neururer, ein erfahrener Kenner der Materie, fordert nun ein handfestes Durchgreifen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
Hintergrund der Debatte
Das sogenannte Kompassmodell, das als Lösung für die bestehenden Probleme angesehen wird, liegt bereits in den Schubladen des DFB bereit. Dennoch stehen die Verbandschefs Peter Frymuth, Ralph-Uwe Schaffert und Dr. Christoph Kern dem Vorschlag im Hintergrund skeptisch gegenüber. Diese Blockadehaltung kritisiert Neururer scharf: „Da muss sich die DFB-Spitze jetzt einfach mal durchsetzen. Sonst schaffen sie das doch auch, sich bei manchem Quatsch gegen Widerstände zu behaupten. Und hier macht es richtig Sinn!“
Vorteile des Kompassmodells
Eine Reform, die eine Aufteilung in vier Staffeln vorsieht, könnte für die 80 Regionalligisten eine enorme Verbesserung bringen. Neururer hebt hervor, dass die neue Struktur die Teams nicht mehr starr an Bundesländer bindet, sondern dynamische Wechsel ermöglicht. „Wenn Kickers Offenbach in der Regionalliga West mitspielt, kommst du doch an mehr Zuschauereinnahmen, als wenn du ständig dieselben Duelle in Nordrhein-Westfalen runterkickst“, erklärt er. Dieser Ansatz könnte nicht nur die finanziellen Mittel der Vereine stärken, sondern auch die sportliche Leistungsfähigkeit erhöhen. Der Fokus müsse darauf liegen, Talente zu entwickeln, anstatt sie teuer von anderen Ligen einzukaufen. „Beim Unterbau des Profifußballs gilt es, endlich eine vernünftige Qualität und Struktur zu erreichen“, betont Neururer.
Klarheit bei Aufstiegsregeln
Ein weiteres zentrales Anliegen Neururers ist die Einführung klar definierter Aufstiegsregularien. „Es ist unabdingbar, dass wir endlich wieder zu einer klaren und fairen Aufstiegsregel kommen, die jeder verstehen kann!“, so der Kult-Trainer. Diese Forderung kommt nicht nur von ihm, sondern spiegelt die Meinung vieler in der Fußball-Community wider.
Verantwortung des DFB
Neururer hat auch eine klare Botschaft an die DFB-Führungsebene um Präsident Bernd Neuendorf: Die Verantwortung gegenüber dem deutschen Fußball sei groß, und die Reform dürfe nicht erneut durch interne Widerstände torpediert werden. „Das ist ihre Verantwortung gegenüber dem deutschen Fußball“, unterstreicht er. Mit seinem leidenschaftlichen Plädoyer hat Neururer einmal mehr die dringend notwendige Reform der Regionalliga ins Rampenlicht gerückt. Es bleibt abzuwarten, ob der DFB die Chance nutzt, um dem deutschen Fußball eine zukunftsfähige Struktur zu geben.