DFB-Präsident und DFL-Vorsitzender für Reformen
Im deutschen Fußball stehen wichtige Entscheidungen bevor: DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFL-Vorsitzender Hans-Joachim Watzke setzen sich für eine umfassende Regionalliga-Reform ein. Die Diskussion dreht sich um die Frage, welches Modell letztendlich umgesetzt werden soll. Diese Reform könnte die Struktur der Regionalverbände nachhaltig verändern und den Aufstieg in die 3. Liga beeinflussen.
Aktuelle Situation in den Regionalligen
Die Saison in den fünf Regionalligen neigt sich dem Ende zu. Mit dem SV Meppen, Sonnenhof Großaspach und Fortuna Köln stehen bereits die direkten Aufsteiger in die 3. Liga fest. Die Würzburger Kickers hingegen warten auf ihren Gegner in der Relegation, die am 27. und 31. Mai stattfinden wird. Währenddessen arbeiten DFB und Regionalverbände an einem neuen viergleisigen Ligasystem, das ab der Saison 2028/29 in Kraft treten könnte.
Zwei Modelle im Vergleich
In der Debatte um die Reform stehen zwei Hauptmodelle zur Auswahl: das Kompass-Modell und das Regionen-Modell. Beim Kompass-Modell werden die Vereine jede Saison mithilfe eines Algorithmus nach Fahrstrecken eingeteilt, wodurch Landesgrenzen aufgebrochen werden. Dies könnte zu interessanten neuen Begegnungen führen, birgt jedoch das Risiko, dass traditionsreiche Derbys zwischen benachbarten Vereinen auf verschiedene Ligen verteilt werden. Aktuell wird das Kompass-Modell von 78 Vereinen unterstützt und fand auch die Zustimmung der DFL. Das Regionen-Modell hingegen würde die bestehenden Regionalligen weitestgehend erhalten und eine Aufteilung der Regionalligen Nord, Nordost und Bayern in zwei Ligen vorsehen. Dieses Modell wurde bereits 2018 diskutiert und könnte eine stabilere Struktur bieten, könnte jedoch die Vielfalt der Begegnungen einschränken.
Herausforderungen und Unsicherheiten
Beide Modelle bringen ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Insbesondere die späte Planungssicherheit für die Vereine könnte sich als problematisch erweisen. Die letzten Entscheidungen zur Reform sollen im Juni fallen, was den Vereinen weniger Zeit lässt, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Zudem könnte die Reform den Aufstieg aus der Oberliga erschweren, da immer weniger Vereine die Lizenz für die Regionalliga beantragen. Am 14. Mai werden die Verbandspräsidenten zusammenkommen, um über die Reform zu diskutieren. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, und der Austausch mit den Vereinen folgt anschließend. Die Zukunft der Regionalligen bleibt also spannend und ungewiss.
