In einem erschütternden Fall aus Tampa, Florida, hat die Staatsanwaltschaft von Hillsborough County angekündigt, die Todesstrafe gegen Susan Avalon zu beantragen. Der 51-jährigen Frau wird vorgeworfen, am selben Tag ihre beiden Ex-Ehemänner, Timothy Fletcher und David Scott, ermordet zu haben. Die grausamen Taten, die beide durch Schüsse ums Leben kamen, werfen einen dunklen Schatten auf ihre Vergangenheit und die komplexen Beziehungen zu den Opfern.
Tatablauf und Beweislage
Laut den Ermittlungen besuchte Avalon am besagten Tag zunächst Timothy Fletcher in Tampa. Zeugen berichteten von Schüssen und beschrieben einen silbernen Honda Odyssey, der vor dem Haus parkte. Videoaufnahmen belegen, dass Avalon zu diesem Zeitpunkt ein graues Kapuzenpulli und Jeans trug. Diese Details sind entscheidend für die Ermittlung und die Anklage gegen sie. Nur wenige Stunden später kam es zu einem weiteren Notruf aus dem Haus von David Scott in Bradenton. Dort fanden die Polizeibeamten den schwer verletzten Scott, der seine Ex-Frau als Täterin identifizierte. Tragisch ist, dass die Tochter des Paares zur Tatzeit anwesend war und beobachtete, wie eine Person aus dem Haus flüchtete. In ihren Aussagen bestätigte sie, dass es sich um ihre Mutter handelte.
Familienkonflikte und Motiv
Die Ermittler sind sich einig, dass die Beziehung zwischen Avalon und ihren Ex-Ehemännern angespannt war. Berichten zufolge gab es bereits in der Vergangenheit Konflikte, die möglicherweise zu den tödlichen Taten führten. Ein aufschlussreiches Detail ist Avalons Aussage nach ihrer Rückkehr nach Hause, in der sie angeblich gesagt haben soll: „Scheiß auf David und scheiß auf Tim“. Diese Worte könnten als belastender Beweis gewertet werden und zeigen ein mögliches Motiv für die Morde. Die Beweisführung gegen die Angeklagte wird durch ihre Handydaten unterstützt, die mit den Tatorten übereinstimmen. Zudem gab ihr aktueller Freund an, dass sie nach den Taten nicht nur die Suppe, die am Tatort gefunden wurde, gekauft hatte, sondern auch einen ruhigen und gefassten Eindruck machte.
Zukunft der Anklage
Obwohl die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe anstrebt, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass Avalon tatsächlich hingerichtet wird, sollte sie verurteilt werden. Statistiken zeigen, dass Frauen in Florida selten zum Tode verurteilt werden. Von den annähernd 250 Menschen in den Todestrakten des Bundesstaates sind bis auf eine Frau alle männlich. Die kommenden Monate werden entscheidend für den Fall sein, während sich die Gesellschaft fragt, zu welchem Punkt menschliche Beziehungen führen können und wie die Justiz mit solch tragischen Verbrechen umgeht.
