Ein Gericht in Taiwan hat kürzlich vier ehemalige Angestellte des renommierten Chip-Herstellers TSMC zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Vorwurf, der den Verfahren zugrunde liegt, ist Diebstahl und Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen. Der Hauptangeklagte wurde zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt, während seine Mitbeschuldigten Haftstrafen von sechs, drei und zwei Jahren erhielten.
Schwere Vorwürfe gegen ehemalige TSMC-Mitarbeiter
Das Gericht für geistiges Eigentum stellte fest, dass die Beschuldigten gegen das Nationale Sicherheitsgesetz sowie gegen Gesetze zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen verstoßen hatten. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine noch härtere Strafe von 14 Jahren für den Haupttäter gefordert, was die Schwere der Vorwürfe unterstreicht. TSMC, als größter Auftragsfertiger für High-End-Chips weltweit, äußerte sich zu dem Urteil nicht.
Geheime Technologien im Visier
Den Beschuldigten wird vorgeworfen, in einer gezielten Verschwörung agiert zu haben. Der Hauptangeklagte, ein ehemaliger Ingenieur von TSMC, hatte nach seinem Wechsel zu Tokyo Electron Kontakt zu ehemaligen Kollegen aufgenommen, die weiterhin bei TSMC beschäftigt sind. Es wird vermutet, dass sie zwischen Mitte 2023 und dem Verhandlungszeitraum vertrauliche Informationen, darunter hoch sensible Daten zur 2-Nanometer-Technologie und zur nächsten Generation der Chipfertigung, der sogenannten A14-Technologie, kopiert haben.
Ein wegweisender Fall für Taiwan
Richter Chang Ming-huang bezeichnete das Urteil auf einer Pressekonferenz als historisch, da es sich um den ersten Fall handelt, der unter dem Nationalen Sicherheitsgesetz in Taiwan aufgrund der Verletzung nationaler Kerntechnologien verhandelt wurde. Das Urteil ist bisher nicht rechtskräftig, da alle Verurteilten das Recht haben, in Berufung zu gehen. TSMC beliefert zahlreiche Tech-Giganten, darunter Nvidia und Apple, und spielt eine entscheidende Rolle in der globalen Halbleiterproduktion, die für die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz unerlässlich ist. Die Entwicklungen in diesem Fall werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, vor denen Unternehmen und Regierungen stehen, um geistiges Eigentum und technologische Innovationen zu schützen.
