Ein Aufruf zur Reform des deutschen Ligen-Systems
Der deutsche Fußball steht möglicherweise vor einer grundlegenden Reform seines Ligen-Systems. Seit 2012 haben nicht alle Regionalliga-Meister die Möglichkeit, in die 3. Liga aufzusteigen, was zu Unmut und Frustration unter vielen Traditionsklubs geführt hat. In den kommenden Wochen werden die Vereine über zwei Reformvorschläge des DFB abstimmen, und Bundesliga-Legende Ulf Kirsten fordert einen klaren Schnitt.
Kirstens Kritik an der aktuellen Regelung
Ulf Kirsten, der als Leverkusen-Rekordtorschütze bekannt ist, lässt kein gutes Haar an der bisherigen Regelung: „In den letzten 14 Jahren wurde teils sinnlos hin- und hergestritten.“ Er beschreibt die aktuellen Aufstiegsmodalitäten als absurd und katastrophal, da nur die Staffelsieger der Regionalliga Südwest und West direkt aufsteigen dürfen. Die Meister aus Bayern, Nord und Ost müssen hingegen in einer Relegation um den Aufstieg kämpfen. Kirsten erinnert an die leidvollen Geschichten von Vereinen wie Lok Leipzig, die trotz herausragender Leistungen in der regulären Saison nicht aufsteigen konnten.
Das Kompass-Modell als Lösung
Kirsten setzt sich vehement für das Kompass-Modell ein, das eine gerechtere Aufteilung der Startplätze in der Regionalliga vorsieht. „Jetzt ist der Moment, wo ihr als Vereine es in der Hand habt. Beendet diesen Schwachsinn und stimmt für das Kompass-Modell!“ erläutert Kirsten. Dieses Modell sieht eine Einteilung von 80 Viertligisten in vier anstatt fünf Ligen vor, basierend auf optimalen Fahrtstrecken, um die Tradition und Derby-Kultur zu bewahren.
Die Verantwortung liegt beim DFB
Ein zentrales Anliegen Kirstens ist es, die Verantwortung für die Umsetzung des Modells klarzustellen. Er betont, dass eine Träger-GmbH oder der DFB die Verantwortung für die Einteilung übernehmen würde, um Bedenken über mögliche willkürliche Entscheidungen zu zerstreuen. „Die Bewegung ist so stark geworden, weil die kleinen und großen Vereine zusammengehalten haben. Lasst euch jetzt nicht mehr gegeneinander ausspielen“, appelliert er an die Klubs.
Ein Aufruf zur Einheit im Fußball
Kirstens Forderung richtet sich nicht nur an die Vereinsvertreter, sondern auch an die Fans und die gesamte Fußballgemeinde. „Der Ball für eine Reform liegt jetzt auf dem Elfmeterpunkt und ihr müsst ihn nur noch verwandeln“, beschreibt er die Situation metaphorisch. Er fordert Mut und Entschlossenheit, um die notwendige Veränderung im deutschen Ligen-System herbeizuführen. Nur so könne Fairplay und Gerechtigkeit zurückkehren und die Tore sowie der Sport wieder in den Vordergrund rücken.
