„Fortuna Düsseldorf: Ein Blick zurück und nach vorn – Paul Jäger über den Absturz in die 3. Liga“

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Sebastian Journalist
„Fortuna Düsseldorf: Ein Blick zurück und nach vorn – Paul Jäger über den Absturz in die 3. Liga“

Der schmerzhafte Abstieg und seine Folgen

Paul Jäger, ein ehemaliger Geschäftsführer und Finanzboss von Fortuna Düsseldorf, spricht offen über den aktuellen Abstieg seines Herzensvereins in die 3. Liga. Der 69-Jährige war über Jahrzehnte in verschiedenen Funktionen für den Verein tätig und hat den Fußball in Düsseldorf hautnah miterlebt. In einem Interview äußert er seine Sorgen über die aktuelle Situation der Fortuna und die Herausforderungen, die vor dem Klub liegen.

Hoffnungen auf einen schnelleren Wiederaufstieg

Im Gespräch mit BILD schildert Jäger seine Bedenken, dass der Wiederaufstieg in die 2. Liga erneut eine langwierige Angelegenheit werden könnte. „Ich hoffe sehr, dass die aktuelle Ausgangssituation besser ist als unsere damals“, erklärt er und betont, dass der Klassenerhalt im ersten Jahr in der 3. Liga bereits als Erfolg gewertet werden sollte. Jäger sieht die Liga als sehr stark und ausgeglichen an und wünscht sich eine Mannschaft, die sich engagiert und Spaß am Spiel hat – denn nur so könne eine schnellere Rückkehr in den Lizenzfußball gelingen.

Verpasste Chancen und kritische Fehler

Ein zentraler Punkt in Jägers Analyse des Absturzes sind die personellen Entscheidungen des Vereins. Besonders der Weggang von Andre Hoffmann hat ihn überrascht. „Er wäre so wichtig gewesen für den Mannschaftsgeist und die Hierarchie innerhalb der Mannschaft“, bemängelt Jäger. Zudem betrachtet er die Fehler nicht nur als Teil der aktuellen Saison, sondern sieht auch Vorzeichen, die sich bereits in den letzten 7 bis 8 Jahren angedeutet haben.

Das schmerzhafte Ende für viele Mitarbeiter

Der Abstieg hat nicht nur sportliche, sondern auch wirtschaftliche Konsequenzen. Fast 60 Prozent der Mitarbeiter von Fortuna Düsseldorf haben ihre Jobs verloren, was Jäger tief trifft. „Um jeden tut's mir leid“, sagt er und äußert sein Unverständnis über die Auswahl der Entlassungen. Persönliche Schicksale, wie die einer langjährigen Mitarbeiterin oder eines mit einem Preis ausgezeichneten Mitarbeiters, machen die Situation besonders tragisch.

Die Lehren aus der Vergangenheit

Jäger kritisiert, dass die Fortuna aus ihren zahlreichen Abstiegen kaum gelernt hat. Er betont die Wichtigkeit von Kontinuität und einem soliden Finanzgebaren. Trotz der Rekorderträge an TV-Einnahmen habe der Vorstand zu wenig für die Zukunft gespart. „Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not“, lautet seine Mahnung. Abschließend erklärt Jäger, dass er sich nicht vorstellen kann, eine weitere Funktion beim Verein zu übernehmen, um die Fortuna wieder nach oben zu bringen. „Für diese Vorstellung fehlt mir jegliche Phantasie“, schließt er.