MSV Duisburg erreicht Landespokal-Finale
Der MSV Duisburg hat sich beim 1. FC Bocholt in der Verlängerung für das Landespokal-Finale qualifiziert. Für Cheftrainer Dietmar Hirsch war dieses Spiel eine Rückkehr an seine frühere Wirkungsstätte, was auf der Tribüne für Unmut sorgte. Nach dem Spiel äußerte der 54-Jährige deutliche Worte, um seine Familie zu verteidigen.
Hirsch äußert Missfallen über Verhalten der Bocholter
Ein Doppelpack von Niklas Jessen sicherte den Zebras schließlich den Sieg. Der Drittligist hatte auf dem schwierigen Platz beim unterklassigen Gegner zunächst Probleme in der Offensive, bis der Abwehrspieler in der Verlängerung traf. Damit hat der MSV zum zweiten Mal in Folge das Endspiel im Niederrheinpokal erreicht. "Ich bin sehr glücklich und froh, dass wir im Finale sind. Das war unser Ziel", betonte Hirsch nach dem Spiel. "Nach einem passiven Start hatten wir die Kontrolle und in der Summe die besseren Chancen. In der Verlängerung hat man gesehen, dass wir bereit waren zu leiden und zu verteidigen, auch die Führung." Die Erleichterung über den Sieg war spürbar, doch der Spaß blieb auf der Strecke. Hirsch war mit dem Verhalten einiger Bocholter nicht einverstanden. "Eine Sache ist mir wichtig, ohne jemandem zu nahe zu treten: Ich bin hier als Trainer in den letzten Jahren am erfolgreichsten gewesen, habe viel mit der Mannschaft geleistet und viel Arbeit investiert – da hat man ein bisschen mehr Respekt verdient", erklärte der Trainer. Bereits bei seiner letzten Rückkehr, einem Regionalliga-Spiel der Duisburger in Bocholt, hatte er ähnliche Erfahrungen gemacht. "Da sind Dinge gefallen von Leuten, die dir sonst auf die Schulter geklopft haben. Dann muss man sich hinterfragen", so Hirsch.
Familie von Hirsch wird angegangen
Besonders verärgert war der 54-Jährige über die Angriffe auf seine Familie auf den Rängen. "Wenn meine Frau sich auf der Tribüne logischerweise ein bisschen freut und mit Bier beschmissen wird, wenn meine Familie angegangen wird, ist die Grenze des guten Geschmacks überschritten. Meine erwachsenen Kinder weinen hier, weil die Mutter angegangen wird", kritisierte Hirsch deutlich. Noch während der Pressekonferenz nach dem Spiel äußerte Pressesprecher Benjamin Kappelhoff sein Bedauern: "Dietmar, danke – und sorry im Namen des Vereins. Wir werden das intern aufarbeiten." Am Finaltag der Amateure wird der MSV Duisburg nun das Endspiel gegen den Oberligisten SC St. Tönis bestreiten.