Der Traum vom Wunder ist noch nicht ausgeträumt! Der TSV Havelse wahrte seine Mini-Chance auf die Rettung in der 3. Liga durch ein aufregendes 3:2 gegen den VfB Stuttgart II. Drei Spieltage vor Schluss haben die Havelser nun acht Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz (Hoffenheim II) und könnten rein rechnerisch noch vorbeiziehen. Nach einem Tor von Stuttgarts U17-Weltmeister Noah Darvich (19) schien der vorzeitige Abstieg schon besiegelt, doch dann kam der Dorfklub aus Garbsen (bei Hannover) zurück und sicherte sich den Dreier. Joker Temilola Awoyale traf in der 4. Minute der Nachspielzeit.
Druck und Nervosität vor dem Spiel
Die Havelser standen am Sonntagabend enorm unter Druck, denn sie mussten unbedingt gewinnen, um nicht als Absteiger festzustehen. Nach dem überraschenden 2:1 von Saarbrücken am Nachmittag in Essen wäre ein Punkt nicht genug gewesen. Die Nervosität war spürbar, doch Trainer Samir Ferchichi motivierte seine Mannschaft vor 532 Zuschauern lautstark. Besonders intensiv coachte er Linksverteidiger Emre Aytun, der es mit dem talentierten U17-Weltmeister Darvich zu tun hatte.
Tolle Einzelaktionen von Darvich
Darvich, der zuvor zweieinhalb Jahre beim FC Barcelona verbracht hatte, zeigte immer wieder seine große Klasse. In der 20. Minute zwang er TSV-Keeper Norman Quindt zu einer Glanzparade und in der 67. Minute erzielte er das 1:1. Nach einem starken Solo und einem Doppelpass mit Julian Lüers zirkelte er den Ball wunderschön ins lange Eck. Dieser Ausgleich fiel in einer Phase, in der Havelse eigentlich besser im Spiel war. Zuvor hatte Düker eine große Chance zum 2:0 vergeben, bevor er Havelse kurz vor der Halbzeit mit einem Kopfball in Führung brachte.
Wendepunkt und spektakuläres Finish
Nach einem bösen Patzer von Quindt, der einen Schuss von Mansour Ouro-Tagha (72.) durch die Beine rutschen ließ, hieß es plötzlich 2:1 für Stuttgart. Doch Havelse gab nicht auf. Nur zwei Minuten später traf Aytun zum 2:2, nachdem Darvich bereits ausgewechselt worden war. In der dramatischen Nachspielzeit sorgte dann Temilola Awoyale für den 3:2-Siegtreffer und ließ die Havelser jubeln. Trainer Ferchichi umarmte den Siegtorschützen und der Traum vom Rettungs-Wunder lebt weiter.