Eine Saison voller Herausforderungen
Die Saison 2023/24 neigt sich für den TSV 1860 München dem Ende zu, und die Enttäuschung über das Verfehlen der gesteckten Ziele ist groß. Nachdem die Löwen vor Saisonbeginn als Aufstiegsfavorit gehandelt wurden, zeigt sich nun, dass die Realität ganz anders aussieht. Die Verantwortlichen haben bereits erste Weichenstellungen für die kommende Spielzeit getroffen und verkündeten am Donnerstag gleich sechs Abgänge. Doch bevor man in die Zukunft blickt, gilt es, die vergangene Spielzeit aufzuarbeiten.
Druck als Hemmschuh
Der Druck, der auf den Schultern der Spieler lastete, war immens. Nach einem vielversprechenden Sommer-Transferfenster, in dem prominente Namen wie Kevin Volland und Florian Niederlechner nach München geholt wurden, war die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Doch die Sechzger konnten dem Druck nicht standhalten. Nach einem soliden Saisonstart rutschten die Münchner im Herbst ins untere Mittelfeld der Tabelle und konnten nicht mehr an die ersten Erfolge anknüpfen. Kevin Volland äußerte kürzlich, dass die Mannschaft Schwierigkeiten hatte, dem hohen Druck standzuhalten. „Als der Druck weg war, haben wir eine Serie gestartet“, so der Ex-Nationalspieler. Dennoch fehlte in entscheidenden Momenten oft die nötige Mentalität, um die Wende herbeizuführen.
Kaderproblematik und Verletzungspech
Ein weiterer Aspekt, der zur Enttäuschung beitrug, war die strukturelle Schwäche des Kaders. Geschäftsführer Manfred Paula stellte klar, dass der Kader nicht die erforderlichen Qualitäten aufwies, um als „Aufstiegskader“ zu gelten. Neben der fehlenden Mentalität wurden auch die begrenzten spielerischen Fähigkeiten und der Mangel an Geschwindigkeit in der Offensive bemängelt. Hinzu kam eine besorgniserregende Verletzungsanfälligkeit, die die Mannschaft stark schwächte. Kapitän Jesper Verlaat fiel seit Mitte September aus, und insgesamt mussten die Löwen zeitweise auf bis zu elf Spieler verzichten.
Phasenweise Lichtblicke, aber keine Konstanz
Trotz der Schwierigkeiten gab es in dieser Saison auch Lichtblicke. 1860 zeigte phasenweise gute Leistungen und konnte im Spätherbst vier Siege in Folge sowie im Frühjahr fünf Siege am Stück feiern. Diese Erfolge wurden jedoch von zu vielen Rückschlägen und Punktverlusten gefolgt. „Ich habe ein gutes Team gesehen und hatte gehofft, dass es irgendwann zu einem Spitzenteam werden kann. Aber das ist uns nicht gelungen“, so ein resignierter Kommentar eines der Verantwortlichen. Die fehlende Konstanz war letztlich der entscheidende Faktor, der den Löwen den Weg zurück in die Aufstiegszone verwehrte. Die kommende Saison wird für den TSV 1860 München nun eine Möglichkeit bieten, aus den Fehlern zu lernen und sich neu zu orientieren.
