Der Hansa-Express rollt – und Schweinfurt steht wie ein liegengebliebener Waggon auf der Strecke. Fünf Endspiele bleiben, nur ein Punkt fehlt auf den Relegationsrang drei. Hansa Rostock ist im Rausch: 19 Punkte aus den letzten acht Spielen – eine Form, die eindeutig in Richtung 2. Liga zeigt. Die Mannschaft wirkt gefestigt, zielstrebig und hungrig. Trainer Daniel Brinkmann äußert: „Ich bin positiv gestimmt, dass wir auch weiterhin in dem Flow bleiben.“
Die Kogge greift Relegationsrang an
Der Glaube an den Aufstieg ist gewaltig – nicht nur intern. Auch Pavel Dotchev, ein ehemaliger Hansa-Coach, zeigt sich beeindruckt. Der Trainer in Ulm, der von 2017 bis 2019 selbst in Rostock tätig war, sagte nach dem 1:5 der letzten Woche: „Wenn man das hier sieht – ihr müsst schon aufsteigen. Dieser Verein hat in der 3. Liga nichts zu suchen.“ Mehr Aufstiegs-Ansage geht nicht.
Zahlen zeigen klaren Hansa-Vorteil
Vor dem Duell am Samstag (14 Uhr) gegen den feststehenden Absteiger sprechen die Fakten eine deutliche Sprache. Hansa hat 62 Tore erzielt, während Schweinfurt lediglich auf 31 kommt. Defensiv hat Hansa 37 Gegentore kassiert und Schweinfurt 77. Rostock ist vorn fast doppelt so stark und hinten deutlich stabiler. Während Hansa liefert, kämpft der FCS um jeden Punkt.
Torgarant Holten
Der Blick auf die Torjäger zeigt ebenfalls das Gefälle: Der beste Schütze der Schweinfurter ist der Winter-Abgang Jakob Tranziska mit vier Toren, der mittlerweile in der K-League 1 für die Pohang Steelers in Südkorea spielt. Hansas Top-Torjäger ist Emil Holten mit 13 Treffern – fast dreimal so viele. Der Dänen-Hüne ist eiskalt vor dem Tor und trifft im Schnitt alle 103 Minuten. Nur Marek Janssen von Rot-Weiß Erfurt ist mit 92 Minuten besser. Brinkmann über Holten: „Er spielt eine Riesen-Rolle. Emil wird sehr häufig an seinen Toren gemessen. Er leistet auch abseits der Tore viel: Er gehört zu den laufstärksten Spielern, sprintet häufig und arbeitet intensiv gegen den Ball. Ich freue mich extrem darüber, denn gerade auf den Offensivpositionen ist dieser Flow von enormer Bedeutung.“
Nicht stolpern, Hansa!
Trotz der klaren Vorteile will Brinkmann den Tabellenletzten nicht unterschätzen. Ein Absteiger kann befreit aufspielen. „Ich habe mit Hoffenheim-II-Trainer Stefan Kleineheismann gesprochen. Er sagt, dass es so eine gelöste Stimmung gibt. Das setzt natürlich auch etwas frei, das nimmt ein bisschen Druck. Und das macht eine Mannschaft dann sicherlich auch gefährlich.“ Hansa muss also auf der Hut sein, um den Aufstieg nicht in Gefahr zu bringen.