Die Aufstiegshoffnungen sind verflogen, doch die Debatte beim TSV 1860 München hat gerade erst begonnen. Nach einem weiteren Rückschlag gegen Regensburg richtet Kevin Volland den Blick schonungslos nach innen und thematisiert die mentalen Herausforderungen der Mannschaft.
Volland spricht aus, was viele denken
Nach dem erneuten Punktverlust wirkte Kevin Volland alles andere als unzufrieden. Statt Ausreden zu suchen, benannte der Angreifer klar die entscheidenden Momente der Saison, die als Knackpunkte identifiziert wurden. „In den Spielen, in denen wir hätten dranbleiben können, waren wir einfach nicht da“, erklärte er in einem Interview mit „BR24“. Volland hebt hervor, dass die eigentliche Problematik nicht in der Qualität der Spieler begründet sei, sondern vielmehr in der mental herausfordernden Situation. Der Druck, so seine Analyse, sei offenbar nicht immer verarbeitet worden. Besonders auffällig ist seine Beobachtung, dass die Mannschaft stabiler agierte, als die Erwartungshaltung zurückging. „Als der Druck weg war, haben wir eine Serie gestartet“, deutete er an und ließ damit tief blicken.
Zwischen Anspruch und Realität
Die Tabellenlage spricht eine klare Sprache: Der TSV 1860 München befindet sich im gesicherten Mittelfeld, der Traum vom Aufstieg ist geplatzt. Geschäftsführer Manfred Paula versucht, die Situation pragmatisch zu bewerten. Er sieht die klare Ausgangslage als Chance, frühzeitig die Weichen für die kommende Spielzeit zu stellen. Im Fokus steht der Aufbau einer konkurrenzfähigen Mannschaft für die dritte Liga. Paula räumt auch Fehler in der Außendarstellung ein. Die voreilige Einordnung als Aufstiegsteam habe sich rückblickend als unglücklich erwiesen. „Wir waren nicht so gut beraten, dieses Etikett zu vergeben“, so seine Einschätzung. Die Mannschaft habe sich zunächst finden müssen, was strukturelle Defizite offenbart habe.
Zwei Sichtweisen auf die gleiche Saison
Während Volland den mentalen Druck in den Vordergrund stellt, nimmt Paula eine andere Perspektive ein. In seiner Sichtweise war die Saison von einer permanenten Aufholjagd geprägt. Nach einem schwierigen Start habe das Team wöchentlich unter Zugzwang gestanden, um den Anschluss zu halten. Paula bewertet diese Entwicklung positiver: Die Mannschaft habe sich stabilisiert und phasenweise überzeugt, auch wenn es letztendlich nicht für den großen Wurf gereicht habe. Der Druck sei demnach nicht lähmend, sondern vielmehr als antriebend zu verstehen. Hier prallen zwei Deutungen aufeinander, die die aktuelle Situation bei 1860 München prägen.