Ein historischer Moment für den deutschen Fußball
Am 29. Juni 2023 wird die deutsche Fußball-Geschichte neu geschrieben, wenn Klubs von der 3. bis zur 5. Liga bundesweit über eine revolutionäre Reform der Regionalliga abstimmen. In einem unerwarteten Schulterschluss setzen sowohl kleine als auch große Vereine auf eine gemeinsame Vision: die Reduzierung der fünf Regionalliga-Staffeln auf vier. Selbst ein 500-Seelen-Dorf, der VfB Krieschow, macht sich für diese Reform stark.
Gerechtigkeit für alle Vereine
„Wir sind ganz klar für die Reform und das Kompassmodell“, erklärt Marcel Ohnrich, Vorstand des VfB Krieschow. Gerechtigkeit steht für ihn an erster Stelle. „Die Meister aus allen Staffeln müssen aufsteigen können“, fordert Ohnrich und betont, dass es unfair sei, wenn ein erfolgreicher Verein keinen Platz in der höheren Liga bekommt. Diese Ansicht wird von vielen anderen Klubs geteilt, die die sportliche Chancengleichheit im Fokus haben.
Neue Strukturen für bessere Perspektiven
Die Hoffnung auf eine neue Trägerschaft in Form einer GmbH für die Regionalligen bringt frischen Wind. Ohnrich ist optimistisch, dass diese Struktur näher an den Vereinen agieren und deren Interessen stärker berücksichtigen kann. Während viele Verbände im Westen, Norden und Bayern hinterherhinken, sind die Klubs im Südwesten bereits mit ihrer GmbH zufrieden. Zukünftig könnte ein einheitlicher Liga-Sponsor und zentrale Fernsehrechte neue finanzielle Perspektiven eröffnen.
Der sportliche Aspekt bleibt entscheidend
Trainer Robert Koch, ein ehemaliger Zweitliga-Star, ist überzeugt, dass die Reform auch sportlich sinnvoll ist: „Spiele gegen Bayreuth oder Kassel wären für uns genauso reizvoll wie gegen die Berliner Klubs“, äußert er sich optimistisch. Die Reisekosten werden durch optimierte Fahrstrecken nicht steigen, was für kleinere Vereine von großer Bedeutung ist.
Fairness bei Auf- und Abstiegen
Ein zentrales Anliegen der Reform ist die Gerechtigkeit in der Abstiegsfrage. Präsident Andreas Trageser vom Südwest-Klub Bayern Alzenau sieht das Kompassmodell als gerechter an, da es eine einheitliche Regelung für alle Klubs schaffen würde. Aktuell müssen in der starken Südwest-Staffel mehr Vereine absteigen, während in der schwächeren Nord-Regionalliga nur zwei Klubs betroffen sind. Die Stimmen der Klubs wie Krieschow und Alzenau zeigen, dass die Diskussion um die Zukunft der Regionalligen in vollem Gange ist. Der 29. Juni könnte der Beginn einer neuen Ära im deutschen Fußball sein.
