Vereine fordern eine grundlegende Überarbeitung
Mehrere Vereine aus ganz Deutschland, darunter fünf Drittligisten, haben sich in einem offenen Brief an den DFB klar gegen die geplante Neufassung der bundesweiten Stadionverbotsrichtlinien ausgesprochen. In ihrer Erklärung lehnen die unterzeichnenden Klubs die Anpassungen in ihrer jetzigen Form entschieden ab und sehen die grundlegenden Prinzipien des bisherigen Systems gefährdet.
Kritik an zentraler Fachaufsicht
Die Vereine äußern Bedenken, dass das Stadionverbot seinen bisherigen präventiven Charakter verlieren könnte und sich stattdessen zu einem "repressiven Instrument" entwickeln könnte. Besonders kritisch sehen sie die Möglichkeit, Stadionverbote bereits auf Grundlage eingeleiteter Ermittlungsverfahren auszusprechen, wodurch die Unschuldsvermutung ihrer Meinung nach untergraben wird. Die Klubs betonen, dass differenzierte Entscheidungen wichtig sind, um Tatkontexte und persönliche Situationen angemessen bewerten zu können.
Eingriff in das Hausrecht der Vereine
Ein weiterer Punkt des Widerstands bezieht sich auf die geplante zentrale Fachaufsicht mit Weisungsrecht. Die Vereine interpretieren dies als einen Eingriff in ihr Hausrecht und in ihre organisatorische Verantwortung. Zudem kritisieren sie unklare Zuständigkeiten und Haftungsfragen. Die Klubs warnen auch davor, dass die geplanten Änderungen Fanprojekte und sozialpädagogische Ansätze schwächen könnten, die als essenziell für die Präventionsarbeit angesehen werden.
Forderung nach mehr Transparenz und Mitbestimmung
In ihrem offenen Brief fordern die Vereine eine grundlegende Überarbeitung der Richtlinien. Sie verlangen, dass der präventive Charakter von Stadionverboten gestärkt und rechtsstaatliche Prinzipien gewahrt bleiben. Auch die Einbindung von Fanvertretungen und Fanprojekten müsse verbindlich erfolgen. Abschließend appellieren die Klubs an den DFB, die gemeinsame Position offiziell nach außen zu vertreten und sich gegen die derzeitige Fassung der Richtlinie auszusprechen. Ziel müsse ein Regelwerk sein, das Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und Dialog miteinander verbindet, ohne "pauschale und zentrale Eingriffe" zu schaffen. Der offene Brief wird von insgesamt 25 Klubs unterstützt, darunter Aue, Rostock, Saarbrücken, Cottbus und Schweinfurt.
