Der MSV Duisburg hat im Aufstiegskampf einen empfindlichen Rückschlag kassiert. Nach der Niederlage in Aachen richtete Trainer Dietmar Hirsch den Blick nicht nur auf die eigenen Fehler, sondern auch auf Entscheidungen des Schiedsrichters und das Verhalten des Gegners. Seine Analyse fiel deutlich aus.
Duisburg verpasst den nächsten Schritt
Eigentlich hätte der MSV mit einem weiteren Erfolg zusätzlichen Druck auf die Konkurrenz ausüben können. Stattdessen mussten die Duisburger nach dem Auftritt am Tivoli eine Niederlage erklären, die im Aufstiegsrennen spürbar nachwirken könnte. Dietmar Hirsch machte nach dem Spiel keinen Versuch, den Abend schönzureden. Seine Mannschaft habe zu viele einfache Ballverluste produziert und bei den Gegentreffern nicht konsequent genug verteidigt. Gerade in den entscheidenden Momenten fehlte dem MSV die letzte Entschlossenheit.
Hirsch hadert mit mehreren Szenen
Trotz aller Selbstkritik sah der Duisburger Coach die Gründe für das Ergebnis nicht allein bei seinem Team. Besonders eine Verwarnung gegen Ben Schlicke sorgte bei ihm für Unverständnis. Aus seiner Sicht habe der Duisburger in der betreffenden Szene auch den Ball gespielt, weshalb die Gelbe Karte für ihn nicht nachvollziehbar gewesen sei. Hirsch sprach anschließend von einer aus seiner Sicht unausgewogenen Linie des Schiedsrichters. Mehrere Aachener Aktionen seien seiner Meinung nach weniger streng bewertet worden. „Wahrscheinlich bin ich heute ein schlechter Verlierer“, sagte er bei „MagentaSport“, machte seinen Ärger danach aber dennoch deutlich.
Kritik an Aachens Spielrhythmus
Noch schärfer fiel seine Einschätzung zum Verhalten der Gastgeber nach der Pause aus. Hirsch warf Aachen vor, den Spielfluss durch wiederholte Unterbrechungen bewusst gebremst zu haben. Für ihn sei das nicht einfach cleveres Zeitmanagement gewesen, sondern eine Grenze überschritten worden. Er betonte sinngemäß, dass er ein solches Verhalten auch bei seiner eigenen Mannschaft nicht gutheißen würde. „Ich aber sage unfair“, erklärte Hirsch und machte damit klar, wie sehr ihn diese Phase des Spiels beschäftigte.
Eigene Fehler bleiben ein Thema
Bei aller Kritik nach außen blieb der Trainer jedoch nicht bei Schiedsrichter und Gegner stehen. Duisburg habe in mehreren Situationen zu passiv agiert, Abstände nicht sauber gehalten und vor allem in der ersten Halbzeit nicht mit der nötigen Wucht gespielt. Genau diese Mischung aus eigener Nachlässigkeit und äußeren Ärgernissen machte die Niederlage für Hirsch so schwer verdaulich. Anders als bei manchen schwächeren Auftritten in dieser Saison habe er seine Mannschaft diesmal nicht als klar unterlegen gesehen. Umso größer war die Enttäuschung darüber, ohne Punkte aus Aachen abzureisen.
Aufstiegskampf spitzt sich zu
Für den MSV wird die Ausgangslage nun komplizierter. Statt mit einem Erfolg im Rücken auf die Spiele der Konkurrenz zu schauen, muss Duisburg hoffen, dass die direkten Rivalen nicht weiter enteilen. Besonders brisant wird die Situation im Aufstiegskampf, da jeder Punktverlust nun fatale Folgen haben könnte.