Strahlenopfer in Belarus: Krieg verhindert lebensrettende Hilfe für Kinder
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Strahlenopfer in Belarus: Krieg verhindert lebensrettende Hilfe für Kinder

Hannes Jornalist
Strahlenopfer in Belarus: Krieg verhindert lebensrettende Hilfe für Kinder
Quelle: bild.de

In der belarussischen Stadt Jelsk, nur 95 Kilometer nordwestlich von Tschernobyl gelegen, sind die Folgen der Reaktorkatastrophe von 1986 noch immer schmerzhaft spürbar. Vierzig Jahre nach dem Unglück kämpfen die Kinder der Region mit den gesundheitlichen Konsequenzen der Strahlung. Obwohl viele von ihnen Jahre nach dem Unfall geboren wurden, ist die Strahlendosis in ihren Körpern deutlich höher als bei Gleichaltrigen aus anderen Teilen der Welt. Während in Deutschland Bestrebungen zur Unterstützung dieser Kinder bestehen, wird die Hilfe durch den anhaltenden Krieg in der Ukraine erheblich erschwert.

Die verstrahlte Heimat der Kinder

Die alltäglichen Lebensbedingungen in Jelsk sind geprägt von Armut und einer stark kontaminierten Umwelt. Die Kinder ernähren sich von Lebensmitteln, die aus dem belasteten Boden stammen, was ihre Gesundheit zusätzlich gefährdet. Seit vielen Jahren setzen sich deutsche Hilfsvereine für die betroffenen Kinder ein, indem sie ihnen Erholungsurlaube in Deutschland ermöglichen. Diese Reisen, die für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren organisiert wurden, boten nicht nur eine Auszeit von der belasteten Umwelt, sondern führten auch zu messbaren gesundheitlichen Verbesserungen.

Kriegsfolgen behindern Hilfsprojekte

Die politischen Spannungen zwischen Belarus und Deutschland haben sich durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine weiter verschärft. Die Grenzen sind dicht, und Reisen nach Deutschland sind praktisch unmöglich geworden. Raik Göthert, Vorstand des Vereins „Reisekinder e.V.“, beschreibt die Situation: „Früher fuhren die Kinder mit Bussen von Minsk über Polen nach Leipzig. Diese Verbindungen existieren nicht mehr.“ Die Angst, als „Kollaborateur“ zu gelten, wenn man sein Kind ins vermeintliche „Feindesland“ schickt, verstärkt die Zurückhaltung der Eltern, ihre Kinder für die Reisen anzumelden.

Wirksamkeit der Hilfe

Trotz der erschwerten Umstände war die Unterstützung aus Deutschland für die betroffenen Kinder von entscheidender Bedeutung. Messungen des belarussischen Strahleninstituts „Belrad“ hatten gezeigt, dass bereits zwei Wochen im sicheren Umfeld Deutschlands ausreichten, um die Cäsium-Werte im Körper der Kinder signifikant zu senken. Das Bundesamt für Strahlenschutz bestätigt, dass die Kinder während ihres Aufenthalts in Deutschland nur geringe Mengen an Cäsium-137 aufnehmen und somit ihre Werte reduzieren können. Darüber hinaus erhalten die Kinder in Deutschland auch zahnärztliche Versorgung, die in ihrer Heimat oft nicht verfügbar ist. Während die politische Lage weiterhin angespannt bleibt, bleibt die Hoffnung auf eine Rückkehr zu den früheren Hilfsprojekten. Die Schicksale der Kinder in Jelsk mahnen eindringlich, dass die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe noch lange nicht überwunden sind und dringender Handlungsbedarf besteht.