Korsika (Frankreich) – Aktuell erleben Tausende Kreuzfahrt-Urlauber einen unerwarteten Stopp auf ihren Reisen zur beliebten Mittelmeerinsel Korsika. Wütende Fischer blockieren die Hafenanlagen, was dazu führt, dass zahlreiche Fähren und Kreuzfahrtschiffe nicht anlegen können. Statt erholsamer Strandtage und Sightseeing stehen die Urlauber nun auf hoher See und müssen auf eine Lösung warten.
Proteste legen den Hafen lahm
In den frühen Morgenstunden begannen zahlreiche Fischer mit der Blockade der sechs wichtigsten Häfen der Insel, darunter Ajaccio, Bastia und Bonifacio. Seit 6 Uhr ist der Zugang zu diesen Häfen für alle Schiffe gesperrt. Auch bekannte Kreuzfahrtschiffe wie die „Aida Cosma“ und die „Sun Princess“ sind von dieser Situation betroffen. Berichten zufolge versuchten Kapitäne sogar, mit den Protestierenden zu verhandeln, doch alle Bemühungen blieben erfolglos. Die Konsequenz: Die Kreuzfahrtschiffe mussten ihre geplanten Stopps auf Korsika absagen.
Hintergrund der Proteste: Hohe Treibstoffpreise
Der Grund für die drastischen Maßnahmen der Fischer sind die stark angestiegenen Treibstoffpreise, die für viele von ihnen existenzbedrohend sind. Joseph Sanna, Sprecher der korsischen Fischergewerkschaft, äußerte: „Wir sind am Ende, wir stehen kurz vor dem Aus.“ Die Fischer haben unmissverständlich kommuniziert, dass die Blockade bestehen bleibt, bis eine Einigung erzielt wird.
Folgen für die Urlauber
Für die Passagiere der „Aida Cosma“ bedeutet die Blockade eine drastische Planänderung: Statt Korsika steuert das Schiff nun Marseille an. Die ursprünglich in Palma de Mallorca gestartete Reise wird somit eine ganz andere Route nehmen. Solche Szenarien sind im Mittelmeer nicht neu; bereits in der jüngeren Vergangenheit kam es mehrfach zu ähnlichen Blockaden, die Passagiere in ihrer Urlaubsplanung erheblich beeinträchtigten. Für viele Urlauber, die sich auf die mediterrane Idylle gefreut hatten, bleibt nun nur der Frust über die unerwarteten Umstände. Die Situation verdeutlicht, wie schnell ein langersehnter Traumurlaub in eine Geduldsprobe umschlagen kann – und dass die Herausforderungen für die Fischerei-Industrie in der Region ernst genommen werden müssen.