In einer beeindruckenden Aktion gelang es einer 41-jährigen Anglerin in Südfrankreich, einen riesigen Wels aus der Rhône zu fangen. Mit einer Länge von fast zweieinhalb Metern und einem Gewicht von geschätzten 100 Kilogramm ist dieser Fang nicht nur ein persönlicher Rekord für die Anglerin, sondern auch ein bemerkenswerter Beweis für die Artenvielfalt in den Gewässern der Region.
Ein epischer Kampf am Ufer
Der Fang ereignete sich in der malerischen Stadt Villeneuve-lès-Avignon, die sich am Ufer der Rhône gegenüber dem berühmten Avignon befindet. Ludivine, die Anglerin, verbrachte rund zwei Stunden mit dem Kampf gegen den mächtigen Fisch. „Man weiß nie, wer zuerst aufgibt – der Fisch oder wir“, erklärte sie in einem Interview mit dem Radiosender ICI. Ihr Erfolgsgeheimnis liegt in der Ruhe und Gelassenheit, die sie während des Kampfes bewahrt. „Das Ziel ist immer, entspannt zu bleiben und nicht zu verkrampfen“, fügte sie hinzu.
Ein außergewöhnlicher Fisch mit beeindruckendem Lebensraum
Der Wels, auch bekannt als Flusswels oder Europäischer Wels, gilt als der größte Süßwasserfisch Europas. Mit seiner imposanten Größe zieht er nicht nur Angler an, sondern ist auch ein faszinierendes Beispiel für die Biodiversität der Rhône. Trotz der beeindruckenden Größe des gefangenen Welses gibt es Berichte über noch größere Exemplare. Kürzlich wurde in einem Teich in Hessen der Kadaver eines 2,60 Meter langen Welses entdeckt, der über Jahre hinweg als das „Gespenst“ des Teiches galt. Solche Funde zeigen, dass die Gewässer noch viele Überraschungen bereithalten.
Nachhaltigkeit im Angeln: Der Wels lebt weiter
Trotz des beeindruckenden Fangs entschied sich Ludivine, den Wels nach einem Beweisfoto wieder freizulassen. Sie verfolgt die Philosophie des „no kill“ (nicht töten) und betrachtet Angeln als Sport und nicht als Jagd. Diese Rücksichtnahme auf die Natur gibt dem Wels die Möglichkeit, weiter zu wachsen und möglicherweise noch viele Jahre in der Rhône zu leben. Die ältesten Exemplare der Art können bis zu 80 Jahre alt werden und erreichen Längen von fast drei Metern. Ludivines Geschichte ist nicht nur eine inspirierende Erzählung über den Anglersport, sondern auch ein Aufruf zur Wahrung der Artenvielfalt und zur Förderung nachhaltiger Praktiken in der Natur. Ihr beeindruckender Fang wird sicher noch lange in Erinnerung bleiben.