Der Deutsche Städtetag hat sich kürzlich für ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter ausgesprochen, um Igel und andere Kleintiere zu schützen. Vizepräsidentin Claudia Kalisch erläuterte, dass insbesondere in den Abendstunden viele Tiere in Gärten aktiv sind und auf diese Lebensräume angewiesen sind.
Artenschutz in städtischen Gebieten
Kalisch, die auch Oberbürgermeisterin von Lüneburg ist, betont die Bedeutung von städtischen Gebieten als Ersatzlebensräume für viele Arten, die durch den Verlust natürlicher Lebensräume in ihrer Existenz bedroht sind. Ein bundesweites Nachtfahrverbot wird als ein konsequent notwendiger Schutz für bedrohte Tierarten angesehen. Die Forderung richtet sich nicht nur an die Politik, sondern auch an die Hersteller von Mährobotern, die nach Lösungen suchen sollen, um Kleintiere nicht weiter zu gefährden.
Mitbürger können aktiv werden
Die Bürgerinnen und Bürger spielen ebenfalls eine wichtige Rolle im Artenschutz. Kalisch ruft dazu auf, die bereits vorhandenen Geräte so einzustellen, dass sie die Tiere nicht gefährden. Dies könnte einen wesentlichen Beitrag leisten, um die Lebensqualität in den Städten durch eine erhöhte Artenvielfalt zu bereichern. Die Situation der Igel ist ernst: Der westeuropäische Igel steht seit kurzem auf der internationalen Roten Liste als „potenziell gefährdet“. In vielen Ländern, auch in Deutschland, sind die Bestände der Igel rückläufig. Ein Hauptproblem stellt der Straßenverkehr dar, dem jährlich bis zu eine Million Igel zum Opfer fallen. Auch die Verwendung von Laubbläsern und der Verlust von Lebensräumen durch Gärten und Parks tragen zur Gefährdung dieser Tiere bei.
Gefahr durch Mähroboter
Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung haben herausgefunden, dass Mähroboter eine ernste Bedrohung für Igel darstellen, insbesondere für Jungtiere. Da Igel sich bei Bedrohung einrollen, sind sie für die Roboter oft nicht erkennbar, was das Risiko für sie noch erhöht. Aktuell gibt es zahlreiche Petitionen im Internet, die sich für einen besseren Schutz der Igel einsetzen. Obwohl einige Städte wie Köln, Leipzig und München bereits eigene Regelungen erlassen haben, besteht bislang kein einheitliches bundesweites Verbot für nächtliches Mähen. Ein kürzlich gescheiterter Antrag der Grünen in Bayern zeigt, dass es noch einen langen Weg zu einem flächendeckenden Schutz für die Igel gibt.