Festnahme im Ausland
Der verurteilte Neonazi Marla-Svenja Liebich, ehemals bekannt als Sven, wurde kürzlich in der tschechischen Stadt Luby (Schönbach) festgenommen. Dies bestätigte der Oberstaatsanwalt Dennis Cernota. Die Festnahme fand im Rahmen eines Europäischen Haftbefehls statt, nachdem verdeckte Ermittlungen der Behörden erfolgreich waren. Liebich, der in Männerkleidung und mit Glatze auftrat, versuchte während des Zugriffs vergeblich zu fliehen.
Internationale Zusammenarbeit
Die Festnahme von Liebich ist das Ergebnis einer engen Kooperation zwischen der Polizeiinspektion Halle/Saale in Deutschland und den tschechischen Strafverfolgungsbehörden. Cernota erklärte, dass nun ein formales Auslieferungsverfahren eingeleitet werde, um Liebich von Tschechien nach Deutschland zu überstellen. Dieser Prozess kann mehrere Tage bis Wochen in Anspruch nehmen und wird genau überwacht.
Rechtsextremismus und Identitätswechsel
Marla-Svenja Liebich wurde im Jahr 2023 wegen Volksverhetzung und anderer Delikte zu 18 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Im Rahmen eines neuen Selbstbestimmungsgesetzes änderte Liebich sein Geschlecht und nutzte den Namen Marla-Svenja. Kurz darauf forderte er, in einem Frauengefängnis einsitzen zu dürfen. Trotz der Zusicherung der Justiz erschien Liebich jedoch nicht zum Haftantritt im August 2025. Zuletzt hatte er zudem angekündigt, sich als non-binär identifizieren zu wollen, was eine weitere Komplexität in Bezug auf seine rechtliche Situation mit sich bringt.